Altersvorsorge für Gründer – So findest Du die passende Absicherung

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Du hast den mutigen Schritt gemacht und ein eigenes Unternehmen gegründet? Dann hast Du sicher alles andere im Kopf als Deine Altersvorsorge. Die ist allerdings gerade als Unternehmer sehr wichtig, da Du – anders als als Arbeitnehmer – nicht automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst. 

Eine private Altersvorsorge ist aus diesem Grund gerade für Gründer und Entrepreneure das A und O. Starte am besten so früh wie möglich mit der finanziellen Absicherung, damit Du im Alter mit einer guten Rente rechnen kannst. Worauf Du dabei achten musst und welche Rentenversicherung für Dich am besten passt, verraten wir Dir in unserem Beitrag.

Halte Deinen Lebensstandard auch im Alter

Du arbeitest gerade rund um die Uhr, um Deine Firma voranzubringen und Dir gleichzeitig einen gewissen Lebensstandard zu ermöglichen? Dann solltest Du unbedingt auch in eine gute Altersvorsorge investieren. Tust Du das nicht, könnte im Alter eine große Rentenlücke und vielleicht sogar die Altersarmut auf Dich warten. 

Das Einzahlen in die gesetzliche Rentenkasse – sofern Du das denn tust – reicht nämlich lange nicht aus, um Deinen gewohnten Lebensstandard weiter zu finanzieren. Stattdessen solltest Du auf verschiedene Modelle setzen und Dein Geld gewinnbringend anlegen. Dann bleiben Dir auch im Rentenalter Geldsorgen weitestgehend erspart.

Hast Du als Gründer eine Versicherungspflicht?

Bevor Du nun darüber nachdenkst, in welche privaten Vorsorgemodelle Du investierst, solltest Du zuerst einmal in Erfahrung bringen, ob Du zum Einzahlen in die gesetzliche Rentenversicherung verpflichtet bist oder nicht. Auch als Gründer und Entrepreneur hat man nämlich eine Versicherungspflicht, wenn man zu bestimmten Berufsgruppen gehört. Zu diesen Gruppen zählen unter anderem Handwerker, Lehrer und Hebammen.

Es gibt hier allerdings auch Ausnahmen. So musst Du zum Beispiel nur einkommensgerechte Beiträge zahlen, wenn Du Seelotse, Küstenschiffer oder -fischer, Publizist, Künstler oder Hausgewerbetreibender bist. Auch wenn Du sozialversicherungspflichtige Angestellte beschäftigt bist, kann es für Dich Ausnahmen geben. 


Die beste Altersvorsorge für Gründer – Das musst Du bei der Suche beachten

Gerade als Entrepreneur oder Gründer solltest Du Dich schon früh mit dem Thema Rente und Altersvorsorge auseinandersetzen – auch wenn es sich noch unwichtig und weit weg anfühlt. Denn nur, wer rechtzeitig mit dem Sparen beginnt, kann später auch mit hohen Rentenzahlungen rechnen. Welche Möglichkeiten sich Dir zur finanziellen Absicherung bieten und wie Du sie genau nutzen kannst, siehst Du in unserer Übersicht.

Die gesetzliche Altersvorsorge nutzen

Auch wenn Du nicht zu den versicherungspflichtigen Berufen gehörst, kannst Du die Chance nutzen, freiwillig in die gesetzliche Rentenkasse einzuzahlen. Dabei hast Du sogar den Vorteil, dass Du die Höhe und Anzahl Deiner Beiträge selbst festlegen kannst. Allerdings musst Du mindestens 83,70 Euro pro Monat einzahlen, um die Versicherung nutzen zu können, und darfst die Höchstgrenze von 1320,60 Euro pro Monat nicht übersteigen. 

Wenn Du hingegen der Versicherungspflicht unterliegst, musst Du selbstständig einen Antrag auf Aufnahme in die gesetzliche Rentenversicherung stellen. Das muss innerhalb der ersten fünf Jahre passieren, nachdem Du Deine selbstständige Tätigkeit aufgenommen oder Dein Unternehmen gegründet hast. Allerdings hast Du dann den Vorteil gegenüber freiwillig Versicherten, dass Du Anspruch auf Rehabilitationsleistungen und eine Erwerbsminderungsrente hast. 

Als Gründer kannst Du bei der gesetzlichen Rentenversicherung entscheiden, welche Art von Beitrag Du zahlen möchtest. Innerhalb der ersten drei Jahre Deiner Gründung kannst Du zum Beispiel nur einen halben Regelbeitrag zahlen. Im Westen beträgt der Stand 2021 305,97 Euro und im Osten 289,69 Euro. Du hast natürlich ebenfalls die Möglichkeit, den vollen Regelbeitrag zu zahlen – ganz unabhängig von Deinem Einkommen. Als Entrepreneur steht Dir aber auch frei, niedrigere oder höhere Beiträge zu zahlen, wenn Dein Einkommen schwankend ist. Dafür musst Du allerdings Deine letzten Einkommensteuerbescheide vorlegen.

Die Rürup-Rente nutzen

Wenn Du für Dein Alter vorsorgen und Kapital ansparen willst, kann auch die Rürup-Rente eine gute Möglichkeit sein. Bei diesem Modell handelt es sich um eine Art der privaten Altersvorsorge, bei der Du von staatlichen Förderungen profitieren kannst. 

In Anspruch nehmen kannst Du die Rürup-Rente auf zwei verschiedene Arten. Du kannst Sie zum Beispiel in Form von regelmäßigen Beiträgen nutzen. Mit dem Start ins Rentenalter warten dann monatliche Auszahlungen auf Dich, mit denen Du Deinen Lebensstandard finanzieren kannst. Der Vorteil an dieser Variante ist, dass bei Vertragsschluss bereits festgelegt wird, wie hoch Dein späterer Rentensatz sein wird. So weißt Du heute schon genau, womit Du im Alter finanziell rechnen kannst.

Neben den monatlichen Beiträgen kannst Du aber auch über die Rürup-Rente in Fonds investieren. Dafür legst Du Dein Geld unter anderem in Aktien an und sorgst auf diese Weise für Deine Rente vor. Dieses Modell solltest Du allerdings nur wählen, wenn Du risikobereit bist, da der Aktienmarkt immer Kursschwankungen mit sich bringt.

Als weitere Variante kannst Du die Rürup-Rente aber auch nutzen, indem Du eine hohe Einmalzahlung tätigst und daraufhin eine lebenslange Rente bekommst. Das ist vor allem dann von Nutzen, wenn Du schon kurz vorm Rentenalter stehst und nicht mehr lange Zeit hast, um etwas für Deine Altersvorsorge zu tun.

Schütze Dich vor Pfändungen

Im Leben läuft es leider nicht immer wie am Schnürchen. Gerade als Gründer und Entrepreneur kann es auch mal passieren, dass Kunden nicht zahlen oder Du Dich schlichtweg verkalkuliert hast. Dann droht der Gerichtsvollzieher mit Pfändungen. Umso wichtiger ist es, dass Du Dich vor genau diesem Fall schützt und Deine Altersvorsorge nicht angreifbar ist.

Damit das funktioniert, musst Du auf gewisse Details achten. So darf Deine Rente beispielsweise nicht vor Vollendung Deines 60. Lebensjahres gewährt werden. Außerdem darf über die Ansprüche aus Deinem Vertrag nicht verfügt werden. Des Weiteren dürfen in Deiner Altersvorsorge keine Dritten als Berechtigte bestimmt sein – ausgenommen sind Hinterbliebene. Zudem ist die Höhe des Kapitals, das nicht gepfändet werden darf, begrenzt und abhängig von Deinem Alter.

Sorge auch für Dein Team vor

Wenn es um das Thema Altersvorsorge für Gründer und Entrepreneure geht, solltest Du nicht nur an Deine eigene finanzielle Absicherung denken. Mit den wachsenden Aufgaben in Deinem Unternehmen wächst nämlich auch Dein Team. Das muss ebenso abgesichert sein. Aus diesem Grund solltest Du von Anfang an über die betriebliche Altersvorsorge für Deine Mitarbeiter nachdenken. Immerhin trägst Du als Arbeitgeber Verantwortung für Dein Team.

Wichtig ist für Dich zu wissen, dass pflichtversicherte Arbeitnehmer automatisch einen gesetzlichen Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge haben. Aus diesem Grund wirst Du um das Angebot für Deine Mitarbeiter vermutlich gar nicht herumkommen.

Großen Anklang findet im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge die Entgeltumwandlung. Das bedeutet, dass Dein Mitarbeiter einen Teil seines monatlichen Gehalts anspart und Du einen weiteren Teil beisteuerst. Dabei bist du verpflichtet, mindestens 15 Prozent seines Monatsgehalts bereitzustellen.

Allerdings hat die betriebliche Altersvorsorge für Dich aus Gründersicht nicht nur finanzielle Nachteile. Stattdessen kannst Du die Beiträge als Betriebsausgaben abschreiben und somit Steuern sparen. Außerdem kannst Du auch Sozialversicherungsbeiträge sparen, indem Du einen Teil des Bruttolohns Deines Arbeitnehmers in eine Altersvorsorge umwandelst. 

Es ist sogar möglich, Deinen Mitarbeitern Sonderkonditionen oder Rabatte anzubieten, indem Du einen günstigeren Gruppentarif aushandelst. Außerdem ist das Angebot der betrieblichen Altersvorsorge ein gutes Argument für Deine Mitarbeiter, sich längerfristig an Dich und Dein Unternehmen zu binden. 

Fazit

Für das Alter Geld zur Seite zu legen, um mit Eintritt in die Rente sorgenfrei leben zu können, ist nichts für Spießer und schon gar nicht ausschließlich den klassischen Arbeitnehmern vorbehalten. Auch Du als Gründer oder Entrepreneur solltest etwas für Deine Rente tun und frühzeitig an Deine Altersvorsorge denken. Dabei stehen Dir verschiedene Möglichkeiten der Investition zur Verfügung. 

Bevor Du Dich entscheidest, wie Du Dein Geld anlegen willst, solltest du erst einmal herausfinden, ob Du versicherungspflichtig bist. Ist das nicht der Fall, kannst Du überlegen, ob Du freiwillig in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen möchtest. Dabei hast Du als Gründer sogar die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob du einen halben oder einen vollen Regelbeitrag zahlen möchtest. 

Allerdings sollte die gesetzliche Rentenversicherung nicht Deine einzige Absicherung sein, um Dich finanziell abzusichern und Deinen Lebensstandard auf dem gewohnten Level zu halten. Vielmehr solltest Du auf die Kombination von mehreren Angeboten setzen und zudem in die private Altersvorsorge investieren.

Die kann ganz unterschiedlich aussehen. So kannst Du zum Beispiel den riskanteren Weg gehen und im Rahme der Rürup-Rente in Aktien, Immobilien oder ETFs investieren. Möchtest Du lieber auf Nummer sicher gehen, kannst Du aber auch regelmäßige Beitragszahlungen tätigen und damit im Alter mit monatliche Auszahlungen rechnen. 

Neben Deiner eigenen Altersvorsorge solltest Du als Gründer jedoch ebenfalls an die finanzielle Absicherung Deines Teams denken. Davon haben nicht nur Deine Mitarbeiter Vorteile, sondern auch Du selbst. Immerhin kannst Du mit den monatlichen Zahlungen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge sparen. 

Bevor Du einen Vertrag zur Altersvorsorge unterschreibst, solltest Du allerdings erst einmal eine umfassende Beratung in Anspruch nehmen. Eine gute Hilfe kann hier der digitale Rentenplaner von Horizon65 sein. Die App informiert Dich transparent und ganz individuell und hilft Dir so, die passende Altersvorsorge für Dich als Gründer zu finden. Einem entspannten und sorgenfreien Rentenalter steht damit hoffentlich nichts mehr im Wege. 

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Seamus Wolf

Über den Author:

Seamus Wolf ist anerkannter Experte für Finanzplanung. Seit mehreren Jahren ist er auf Ruhestandsplanung spezialisiert. Als unabhängiger Fachmann für Versicherungen und Finanzanlagen hilft er seinen Kundinnen und Kunden dabei ihre Wunschrente zu erreichen. Er berät Menschen zu Fragestellungen rund um Kapitalanlagen wie Immobilien sowie Aktien als auch zu steuerlich geförderten Investment-Sparplänen.

Lesezeit ca. 7 Minuten

29. Jul 2021

Seamus Wolf
Von Seamus Wolf

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